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Bienenverluste auch in Salzburg Drucken E-Mail
Geschrieben von IM Matthias Fink   

Auch in Salzburg großer Ausfall an Bienenvölker 2014/15

Der milde Winter 2013/2014 hat im ganzen Land die Entwicklung der Varroamilbe bei Honigbienen geradezu explodieren lassen. Der Winter (Feb.2015) ist noch nicht vorbei, nach vielen Berichten aus der Imkerschaft schaut die Lage aber nicht gut aus. Der Parasit hat damit zum wiederholten Male  ein großes Bienensterben ausgelöst und vielen Imkern eine schier unlösbare Aufgabe hinterlassen. Nach vielen Gesprächen mit Imkerkollegen könnte man fast sagen: "Die Imkerei liegt derzeit am Boden". Wir haben nicht "nur" keinen Honig mehr, sondern nach diesem Winter auch keine Völker mehr.

Aber nicht nur bei uns in Salzburg, sondern im gesamten Gebiet nördlich des Alpenbogens hat die Varroawelle die Bienenvölker erfasst. Man rechnet großflächig mit Ausfällen um die 30-50% auch wenn die Lage nicht bei allen Imkern so schwierig war, aber es gibt auch 100 % Totalausfälle.  Besonders viele Neueinsteiger sind enttäuscht, wenn bereits vor oder nach dem ersten Winter die Bienenkisten leer sind. In dieser frustrierten Phase werden manche schnell zu Aussteigern. Wir alle müssen noch mehr in Wissensvermittlung investieren, vor allem aber auch erkennen, dass wir mit Tieren zusammenarbeiten die unserer ganzjährigen Pflege und Beobachtung bedürfen.

Als Ursache sehen alle Experten in erster Linie die extrem schlechten Wetterbindungen 2014, damit verbunden eine äußerst ungünstige Trachtlage die unseren Bienen kein Nektarangebot bescherte. Zu viele Varroamilben  haben zudem den Winter des Vorjahres durch die Brutätigkeit der Bienen für eine frühzeitige Vermehrung nutzen können. Im Salzburger Flach- und Tennengau mussten die Imker durch Fütterung die Bienen vor dem Hungertod retten zu einer Zeit (Juni), wo normalerweise die Honigschleudern in Betrieb sind.

Dies schwächt die bereits geschädigten Bienen, sodass sich der Gesundheitszustand der Völker radikal verschlechtert. Es entstehen sogenannte Sekundär-oder Faktorenkrankheiten speziell durch Viren, welche in gesunden Bienenvölkern normalerweise keinen Schaden anrichten, in dieser Situation aber schlußendlich zum Absterben der Bienen führen.

Behandlungsprodukte einzusetzen ist in dieser Zeit tabu, da wir Imker auf die Honigernte warten. Durch die milden Winter kommt es zu einer frühzeitigen Entwicklung der Parasiten, die Behandlung nach der Ernte kommt dann für viele Bienenvölker bereits zu spät.

In Zukunft werden wir uns auf ähnliche Situationen öfter einstellen müssen in der Imkerei d.h. biotechnische Maßnahmen durch z.B. Entnahme vieler verdeckelter Brutwaben im Mai bis Juni, müssen zu einem fixen Bestandteil des Varroa Managements werden. Ähnlich wie in südlichen Ländern wird die Imkerei nur durch diesen zusätzlichen Mehraufwand an Arbeitseinsatz zu halten sein und bestehen können. Diese Maßnahmen sind in die Betriebsweise zu integrieren, bisherige Konzepte müssen konsequent weiterentwickelt und verfeinert werden.

Die derzeitige Situation ist insofern auch schwierig, da Bienenvölker nicht zum Kauf angeboten werden können. Der Aufbau aus eigenen Beständen wird länger dauern, damit verbunden ist ein großer Ausfall an Honigertrag. Dies macht sich bereits jetzt bemerkbar, die Honiglager sind ausverkauft, heimischer Bienenhonig ist Österreich weit  nicht mehr zu bekommen. Der damit verbundene Preisanstieg wird in erster Linie ausländischen Honigen zu Gute kommen, welche noch in der Lage sind die Regale in den Geschäften zu füllen.

Dabei muß man zugestehen, dass das vorläufige Verbot der Neonicotinoide in Österreich sich sehr positiv auf unseren Bienenbestand auswirkte, in den Gebieten die davon betroffen waren. Negativ hingegen spüren wir landesweit die Zunahme der Silo-bzw. Güllewirtschaft in Grünlandgebieten. Der oftmalige Schnitt auf diesen Wiesen lässt keine Blüte mehr zu.

In der traditionell bewirtschafteten Kleinimkerei die zu 99% bei uns betrieben wird, besteht keine Möglichkeit des kurzfristigen Verbringens von Bienenvölkern. Wir sind daher weitgehend auf die landesüblichen Gegebenheiten in der heimischen Landwirtschaft angewiesen. Honigbienen sind Umweltanzeiger, wenn unsere Bienen sich nicht mehr aus der umgebenden Kulturlandschaft ernähren können, sollte uns das zu denken geben.

Ganz soweit ist es zwar noch nicht, dennoch sehen die Imker sorgenvoll in die Zukunft. Die Imkerei schlechthin ist derzeit im Gespräch, in den Medien und der Politik. Es gibt Zulauf an Jungimkern(innen) und Neueinsteigern in einer Größenordnung an die vor 10 Jahren noch keiner geglaubt hätte. Die Gründe dafür sind vielschichtig, man muss aber sehen, dass sich viele Leute in der Gesellschaft heute Gedanken machen über unsere Bienen. Einer der Gründe dafür liegt also auch in der Sorge, irgendwann das Summen dieser kleinen Brummer und das emsige suchen in den Blüten nicht mehr zu hören bzw. zu sehen. Die Angst ist nicht ganz unbegründet, auch wenn wir Imker alles daransetzen werden die Honigbienen zu beschützen.

Den weit erhöhten Arbeitsaufwand und auch den finanziellen Einsatz der derzeit notwendig geworden ist, leisten Imkerinnen und Imker gerne für Ihre Schützlinge. Um heimischen unbelasteten Honig produzieren zu können wäre aber mehr Integration in die Land- und Forstwirtschaft eine wichtige Maßnahme zur Unterstützung der Imkerei. Mit einem angepassten Honigpreis können wir sicher auch weithin leben, wenn die Lebensgrundlagen für Bienen gesichert sind.

Unsere Honigkunden haben das bereits verstanden. Versuchen wir durch viele Gespräche mit diesen Unterstützern auf die Situation noch mehr aufmerksam zu machen.                                unterschr.gif                                                               IM Matthias Fink

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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 8. Juli 2018 )
 
Schlagzeilen

Mein eindringlicher Wunsch:

Wissenschaftler und Praktiker mögen an diesem Projekt (VSH) gemeinsam arbeiten zum Wohle der praktischen Imkerei… …und die lächerlichen und künstlich aufrecht erhaltenen Rassendiskussionen ad acta legen… …krankeitsresistenten und varroaresistenten Bienen gehört die Zukunft auf der ganzen Welt. Farbe und Rassenstandards sind Vergangenheit!

Paul Jungels 

 
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