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Waldtrachtprognose 2018 Drucken E-Mail

Der Lecanienrhythmus seit 1961

Nulljahre

3 Honigjahre

4. Honigjahr

1961

   1962         1963         1964

1965

1966

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1970

1971

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2001

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2006        2007       2008

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2012        2013       2014

   2015         2016         2017

2018

 Waldtrachtprognose für das Jahr 2018 

Im Trachtbericht 2014/2015 wurden für das Jahr 2018 zwei Varianten prognostiziert: entweder ein Nulljahr in der Lecanientracht, wenn es 2017 ein starkes Lachnidenjahr gibt, oder ein viertes Waldtrachtjahr, wenn es 2017 keine oder nur wenige Lachniden gibt. Nun hat es im Juni 2017 schon sehr viele Lachniden gegeben (Ende Juni war schon jeder zweite Maitrieb von einer Geflügelten c. pilicornis besetzt), sodass man mit einer Melezitosetracht rechnen musste. Doch schon in den ersten Julitagen erfolgte der totale Zusammenbruch der Lachnidenpopulation, sodass die Lecanienlarven im August und September gefahrlos auslaufen konnten. In den Hochlagen wird oft bei einer starken Lecanienvermehrung beobachtet, dass nicht alle Larven in den Quirlschuppen Platz finden. Dieses Phänomen konnte ich im Herbst 2017 auch erstmals in der Niederung beobachten: Sehr viele Lecanienlarven waren an den Nadeln in der Nähe der Quirlschuppen zu finden. Diese breiten sich dann am ganzen Baum aus oder lassen sich durch den Wind abtragen, um auf andere Bäume zu gelangen.

Im letzten Jahr der Lecanientracht, das ist 2018, werden alle Lecanien durch Schlupfwespen parasitiert. Die Schlupfwespenlarven fressen die Lecanieneier zur Gänze auf, sodass es keine Lecanienvermehrung gibt. Nur auf Ameisenbäumen werden die Lecanien durch den Schutz der Ameisen nicht parasitiert, sodass sich von hier aus die Lecanie wieder ausbreiten kann. Interessant ist, dass sich die Parasitierung nicht negativ auf die Honigtauproduktion der Lecanie auswirkt, im Gegenteil, parasitierte Lecanien honigen doppelt so lange wie normale. Das Super- Waldtrachtjahr 2018 kann nur noch der Regen beeinträchtigen, denn für einen Trachttag ist es notwendig, dass es am Vortag ganztägig nicht geregnet hat.

Die Lachnidentracht 2018 Die Lachnidentracht ist zum Unterschied zur Lecanientracht sehr schwierig zu prognostizieren. Es gibt örtliche und zeitliche Unterschiede in der Trachtergiebigkeit. Bis zum Einsetzen der Tracht ist es ungewiss, ob es große Mengen an Melezitose gibt oder nicht. Im Juni spielt die Melezitose noch keine Rolle, da der Lecanienhonig überwiegt. Erst im Juli können große Mengen von unschleuderbarem Melezitosehonig eingetragen werden. Um nicht überrascht zu werden, ist es empfehlenswert, schon Ende Juni den gesamten gut schleuderbaren Lecanienhonig zu entnehmen. In den Hochlagen (über 1500 m) gibt es weniger Melezitose und die Lecanie honigt bis ca. 10. Juli.

Warum gibt es Völkerverluste nach einer starken Melezitosetracht?

Die allgemeine Meinung der Imker tendiert dahin, dass die Bienen auf den Melezitosewaben verhungern, weil sie den Honig im Winter nicht verflüssigen können. Dies trifft jedoch nur zu, wenn jemand nicht füttert. Das Hauptproblem liegt in der Melezitosetracht, die noch den ganzen August anhält. Abräumen und auffüttern während der anhaltenden Tracht ist für die Völker tödlich. Die Bruträume verhonigen, ohne Augustbrut gibt es keine Winterbienen und die Bienen eines zu kleinen Brutnestes sind verstärkt Varroa-geschädigt.

Bei Melezitosetracht zu empfehlen:

1.)   Rechtzeitiges Ernten des schleuderbaren Honigs

2.)   Honigräume mit Leerwaben und Mittelwänden so lange belassen, bis die Tracht beendet ist. Mittelwände werden sehr gut ausgebaut und sind mit Melezitosehonig gefüllt vielseitig verwendbar.

3.)   Ablegerbildung: Ableger entwickeln sich hervorragend und können nicht verhonigen, weil sie zu wenig Flugbienen haben.

4.)   Abnehmen der Honigräume, wenn die Tracht zu Ende geht
Auffütterung erst im September in das auslaufende Brutnest. Melezitosewaben können im Stock verbleiben; wenn die Bienen Wasser eintragen, können sie die Melezitose verflüssigen (für die Frühjahrsentwicklung günstiger als Zucker).
Varroabehandlung ist auf die geänderten Verhältnisse abzustimmen.

Ihr Trachtreferent Dipl. Ing. Horst Nöbl

 

 

 

 
Trachtbericht-Prognose 2015 Drucken E-Mail

Trachtbericht 2014/2015

Das Jahr 2014 war eines der schlechtesten Honig und Bienenjahre. Die Ursachen waren in der Witterung und in der Entwicklung der Honigtauerzeuger begründet. Witterungsmäßig

begann das Jahr 2014 mit der frühesten Vegetationsentwicklung seit 50 Jahren.Dementsprechend war die Blütentracht schon im April und nicht optimal. Durch das anhaltende Schlechtwetter im Mai wurde der Blütenhonig zum Großteil von den Bienen aufgezehrt. Im Juni gab es keinen Waldhonig, da ein weiteres Nulljahr in der Lecanientracht auf der Fichte folgte. Nur sporadisch honigten die Lachniden im Juli ohne nennenswerte Zunahmen.

Die VarroaEntwicklung:

Besonders stark war im Jahre 2014 die VarroaVermehrung, bedingt durch die extreme Witterung. Die Vermehrung begann schon im Winter bei Durchbrütern und im Feber bei allen Völkern. Im Mai und August war es extrem kühl, sodass sich die Brutphase (Entwicklungsdauer) der Bienen verlängert hat und mehr begattete Varroen schlüpfen konnten. Das Augustwetter behinderte außerdem die Varroa Bekämpfung,sodass es nur logisch erscheint, dass es Völkerverluste geben musste. Wo ein Schaden, ist auch ein Nutzen bezüglich Auslese: Man kann jetzt jene Völker vermehren, die unbeschädigt und stark das Frühjahr erreichen.

Warum gab es ein drittes Nulljahr in der Lecanientracht?

Betrachtet man die Lecanien Entwicklung seit Beginn meiner Aufzeichnungen im Jahre 1961, so kann man einen Entwicklungsrhythmus feststellen, der vier bis fünf Jahre dauert und sich in den letzten beiden Perioden auf sechs Jahre ausgedehnt hat.

Der Lecanienrhythmus seit 1961:

Nulljahre 3 Honigjahre 4. Honigjahr

1961 1962 1963 1964 1965

1966 1967 1968 1969 1970

1971 1972 1973 1974

1975 1976 1977

1978 1979 1980 1981 1982

1983 1984 1985 1986 1987

1988 1989 1990 1991

1992 1993 1994 1995

1996 1997 1998 1999 2000

2001 2002 2003 2004 2005

2006 2007 2008 2009 2010 2011

2012 2013 2014 2015 2016 2017

Die Lecanie honigt durchschnittlich drei Jahre hintereinander. Das erste Jahr beschränkt sich meist auf die Hochlagen über 1200 m Seehöhe. Von dort werden die ausgeschlüpften Lecanienlarven zum Teil durch den Wind heruntergeblasen und siedeln sich auch in der Niederung an. In den zwei Folgejahren erreicht die Lecanienpopulation durch weitere Vermehrung ihren Höhepunkt. Nach drei Honigjahren folgt meist ein Nulljahr, außer das Erstjahr war schwach (wie 1962, 1967, 2002) und im dritten Jahr gab es keine Lachniden (wie 1964, 1969, 2004), dann folgt ein gutes viertes Honigjahr (wie 1965, 1970, 2005).

Die Lachniden beeinträchtigen die Lecanienentwicklung!

Dies ist mir schon in den starken Lachnidenjahren 1976 und 1977 aufgefallen, wo es 1978 kein drittes Honigjahr, sondern bereits ein Nulljahr gegeben hat.

Wie geht das vor sich? In einem starken Lachnidenjahr entwickeln sich in der Folge auch viele Gegenspieler (Marienkäfer, Florfliege, Schwebfliege), welche nicht nur die Lachniden dezimieren, sondern auch die auslaufenden Lecanienlarven vertilgen. Es kommt daher zu keiner Lecanienvermehrung, nur jene Larven, die rasch den Schutz der nächsten Quirlschuppen auf der Fichte erreichen, überleben. Die Lachnidenentwicklung lässt sich nicht

für einen längeren Zeitraum prognostizieren. Wenn im Herbst viele Wintereier abgelegt werden und der Gegenspielerkomplex noch nicht allzu stark ist, gibt es ein starkes Lachnidenjahr mit viel Honigtau und auch meist viel Melezitose, sowie Tannenhonig. Günstig ist die Kombination Lachnidentracht im dritten Lecanienjahr (wie 1974, 1987, 1991), weil in diesem Jahr die Lecanie sowieso durch die Schlupfwespen parasitiert wird. Nach dem Nulljahr (1975, 1988, 1992) folgen rasch wieder drei Lecanienjahre. Äußerst ungünstig ist die Kombination der letzten beiden Lecanienperioden, wenn nämlich das Lachnidenjahr mit der

beginnenden Lecanienentwicklung im ersten Jahr (2007, 2013) zusammenfällt. Die Lecanien werden so stark dezimiert, dass im Folgejahr (2008, 2014) ein weiteres Nulljahr zu verzeichnen ist. Nach drei Lecanien Nulljahren sind die Honigreserven so ziemlich am Ende. Allerdings ist in den folgenden drei Jahren eine enorme Lecanienvermehrung gegeben, da die eigentlichen Gegenspieler der Lecanie, die Schlupfwespen, stark dezimiert sind. Die letzte Lecanienperiode (2009/2010/2011) beweist dies mit hervorragenden Waldtrachten, die bevorstehende Periode (2015/2016/2017) zeigt exakt denselben Entwicklungsverlauf.

Die Waldtrachtprognose für die Jahre 2015 bis 2018

2015: Die Waldtracht der Lecanie auf der Fichte beginnt im Erstjahr immer in den Hochlagen (über 1200 m). Hier sind schon genügend Lecanien für eine Trachtausnützung vorhanden, in der Niederung gibt es nur vereinzelte Lecanien. Zur Ausnützung der Tracht muss diese Höhenlage im Flugbereich der Bienen liegen, wenn nicht, ist eine Wanderung in das Trachtgebiet zu empfehlen.

Die Lecanie wird nicht parasitiert, es gibt auch keine Lachniden, sodass eine optimale Vermehrung (Verhundertfachung) erfolgt. Günstig wirkt sich ein schöner September aus, weil dann die Lecanienlarven auch sehr stark in die Niederung geblasen werden.

PROGNOSE:

2016: Waldtracht in allen Höhenlagen, in der Niederung ist das Optimum wahrscheinlich noch nicht erreicht. Im Herbst können die ersten Lachniden auftreten, welche Wintereier ablegen.

2017: Waldtracht in allen Höhenlagen mit Höhepunkt auch in der Niederung. Wahrscheinlich folgt auf die Lecanientracht auch noch eine Lachnidentracht im Juli/August.

2018: Nulljahr in der Lecanientracht, ganz sicher, wenn es 2017 ein starkes Lachnidenjahr gibt. Danach gibt es sofort wieder von 2019 bis 2021 Honigjahre.

Variante 2018: Viertes Waldtrachtjahr in allen Höhenlagen, wenn es 2017 keine oder nur wenige Lachniden gibt. Nach der Lecanie kann es eine Lachnidentracht geben. Es folgt ein sicheres Nulljahr 2019.

Empfehlungen für eine optimale Ausnützung der Tracht

Um die bevorstehenden Waldtrachten optimal auszunützen, steht heuer an erster Stelle die Völkervermehrung, und zwar nicht nur zur Auffüllung der Verluste, sondern ungefähr um 20% mehr als Standplätze vorhanden sind. Mit der Überzahl kann man durch Zusammenlegen den Honigertrag wesentlich erhöhen. Voraussetzung ist natürlich das Vorhandensein der entsprechenden Beutenzahl, und zwar nicht nur für die Ableger, sondern für jedes Standvolk sollten fünf Zargen zur Verfügung stehen, damit man nicht während der Tracht schon schleudern muss, sondern den Honig ausreifen lassen kann, und nach der Tracht ohne Zeitdruck den Honig abnimmt und ausschleudert. Etliche Imker beklagen die viele Arbeit, die sie bei einer Völkervermehrung hätten. Durch eine sinnvolle Investition in moderne Beuten (wanderfähig, mit Bienenflucht und Futterzarge) kann man die Arbeit wesentlich reduzieren und dadurch mehr Völker halten und, was sehr wesentlich ist, mehr Honig ernten. Auch der eingefleischteste Hinterbehandlungs Imker kann sich ein paar Magazine neben der Bienenhütte aufstellen und selbst den Vergleich der Arbeitszeiten ziehen. Die Kombination Bienenhütte Freiständer ist optimal, weil man die Leerzargen und Waben in der Hütte unterbringen kann. In Anbetracht der bevorstehenden Waldhonigjahre ist jede Investition, die zu einem höheren Ertrag und gleichzeitig zu einer Arbeitserleichterung führt, sehr sinnvoll und amortisiert sich sehr rasch.

Trachtreferent für das Bundesland Salzburg

Dipl.Ing Horst Nöbl

31. März 2015

Letzte Aktualisierung ( Montag, 12. Februar 2018 )
 
Trachtrückblick 2014 Drucken E-Mail

Liebe Imkerfreunde!

Ein äußerst turbolentes Jahr 2014 liegt hinter uns. Ein Jahr, das zwar gut begonnen hat, sich aber in weiterer Folge nicht positiv für unsere Bienenvölker entwickelte. Ganz im Gegenteil, die zeitige Frühjahrsentwicklung konnte eigentlich nur die Varroamilbe für sich nützen. Ein viel zu kalter Mai und anschließend vier Monate Monsunregen im „Nordstau" des Salzburger Alpenvorlandes, haben eine gute Honigernte unmöglich gemacht. In meiner nun schon über 40-jährigen Imkertätigkeit habe ich selten ein solches Jahr erlebt. Manche starke Völker, die der Imker in dieser Regenzeit nicht beachtet hat, sind dem Hungertod geopfert worden. Die meisten Imker haben zeitgerecht zu gefüttert in einer Zeit, wo wir normalerweise mit Honigschleudern beschäftigt sind. Der Wald ist schön gewachsen, aber die Waldtracht ist bei uns regelrecht ins Wasser gefallen.

Die Auswirkungen der frühzeitigen Entwicklung konnten manche bereits im Juli feststellen. Ein überaus hoher Varroabefall mit hoher Anfälligkeit für Viruserkrankungen, hat frühzeitig manches Volk und den Imker überrascht. Volksentwicklung und Polleneintrag im Herbst waren auch nur sehr mäßig, eine Tatsache die wieder nur negative Folgen nach sich zog (die Carnica hat gebietsweise die Bruttätigkeit fast ganz heruntergefahren) und deren Folgen wir noch im nächsten Frühjahr spüren werden. Ein langer kalter Winter ist uns prognostiziert.

Dem entsprechend hoch sind  Ausfälle an Bienenvölkern im Frühjahr 2015 die sich schon jetzt abzeichnen. Es gibt bereits Imker die alles verloren haben, landesweit schätzt man die Verluste zwischen 30-50%.

Aber nicht überall im Bundesland waren die Erträge so schlecht wie im Flach-und Tennengau. So waren in den Bergregionen sogar teilweise gute Einträge möglich. Im Lungau und Oberpinzgau konnten die Imker auf relativ gute Honigernten zurückschauen. Die Linde und Almrosenblüte waren die letzten noch ergiebigen Nektarspender zu einer Zeit wo dann auch das Wetter noch einigermaßen mitspielte. In diesen Gebieten sind auch die Bienenverluste normal, es gibt wenig Ausfall.

Die Aussichten für 2015 sehen Experten trotzdem nicht so schlecht. Die schönen Monate  Oktober und November sollten für eine Eiablage der Lachniden eigentlich günstig gewesen sein, auch die Schneemonate Jänner und Februar 2015 werden sich nicht negativ auswirken.

Alles in allem aber hängt wie immer alles vom Wetter ab, wenn die Zeit der Honigtauerzeuger vor der Tür steht. Wir Imker leben ja immer in der Hoffnung.

Alles Gute wünscht

IM Matthias Fink, 18.Februar 2015

 

 
Wetterkapriolen 2011 von Host Nöbl Drucken E-Mail

Salzburger Nachrichten, Ausgabe vom Dienstag 18.1.2011

Der März 2011 wird extrem warm werden !!! 

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Winterprognose 2010/11
aus: www.saalfelden.at

Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür und es ist sicher für alle interessant wie der Winter 2010/11 für unsere Region ausfallen wird. Der Saalfeldner Wetterspezialist, Herr Hofrat Dipl.Ing Nöbl, stellte uns wieder seine begehrten Prognosen für die Veröffentlichung zur Verfügung.
Interpretation der Temperaturprognose:
Der November ist zum Großteil noch sehr warm, der meiste Oktoberschnee schmilzt noch einmal weg, erst Ende November sinkt die Durchschnittstemperatur unter 0 Grad Celsius, sodass ein Winterbeginn möglich wird.
Für den Dezember deuten die Prognosemodelle unterdurchschnittliche Temperaturen an. Schneefälle sind Mitte Dezember zu erwarten, gegen Ende des Monats sind schon die tiefsten Temperaturen des Winters prognostiziert (kein Weihnachtstauwetter!).
Erst im Jänner folgt eine wärmere Phase, die dem Weihnachtstauwetter entspricht, begleitet von Stürmen und Schneefällen. Ende des Monats wird es wieder kälter und die winterliche Phase hält den gesamten Februar bis Anfang März an.
Der März wird extrem warm und bringt uns den Frühling in der Niederung, sodass ein Kälterückfall Mitte April sehr wahrscheinlich erscheint.
Nach den langfristigen Modellen sind im weiteren Verlauf vom Mai bis Juli überdurchschnittliche Temperaturen (besonders im Mai und Juli) zu erwarten. In den Jahren mit Waldblüte (2011 wird eine starke Blüte der Fichte erwartet) ist es auch eher trocken. Durch die Ausbildung von Blütenknospen wird der Austrieb (Maitriebe) stark reduziert, sodass durch das Fehlen von frischen Nadeln die Verdunstung verringert wird. In der Folge vermindert sich die Luftfeuchtigkeit und die Niederschlagswahrscheinlichkeit.

Die Analogjahre:
Durch einen gleichen oder ähnlichen Witterungsablauf wie im vergangenen Jahr (März bis Oktober 2010) kann man auf die Folgemonate schließen. Die herangezogenen Analogjahre weisen alle einen der Temperaturprognose folgenden Verlauf auf:
große Wärme bis 20.November, dann tief winterlich im Dezember, besonders kalt Ende Dezember (kein Weihnachtstauwetter), Wärme Mitte Jänner, eine winterliche Phase von Ende Jänner bis Anfang März, ab Mitte März sehr warm.

Die Bienen:
Diese sind frühzeitig in die Winterruhe gegangen, die Verkittung mit Propolis war eher gering. Demnach sind keine extrem tiefen Temperaturen zu erwarten (max. minus 15 Grad Celsius). Der Winter kommt früh (Dezember kalt) und endet früh (ab Mitte März warm).

Wieviel Schnee ist heuer zu erwarten:
Eine Niederschlagsprognose ist wesentlich schwieriger zu erstellen als eine Temperaturprognose. Die Statistik weist in den letzten vier Jahren unterdurchschnittliche Schneemengen auf. Auf drei schneereiche Winter folgen meist drei schneearme. Der vergangene Winter hätte daher schon schneereich sein sollen (in ganz Europa war dies der Fall, nur bei uns nicht). Umso mehr müssten daher der Statistik zu Folge heuer überdurchschnittliche Schneemengen zu erwarten sein.

Trends der Klimaänderung und Auswirkungen auf das Winterwetter im Pinzgau:
Temperatur:
Über den gesamten Winter ist eine Temperaturzunahme feststellbar, extreme Kälte wird seltener.
Niederschlag: In den Monaten November, Februar und März haben die Niederschläge stark zugenommen, daher auch größere Schneemengen trotz erhöhtem Regenanteil. Im Dezember und Jänner gleichbleibender bzw. geringere Niederschläge, weniger Schnee weil höherer Regenanteil.
Sonnenschein: Deutliche Zunahme in den Monaten April und Mai (der Frühling weist mehr Schönwetter auf).

©   Dipl.Ing. Nöbl, Saalfelden



 

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 27. Januar 2011 )
 
Bienenweide Drucken E-Mail

VERBESSERUNG DER BIENENWEIDE

(Artikel von Trachtbeobachter Dipl.Ing. Horst Nöbl) 

 Der Idealzustand einer Landschaft wäre für unsere Bienen, wenn das ganze Jahr über ein ausreichendes Pollen- und Nektarangebot vorhanden wäre. Durch die Ausräumung der Landschaft für eine mechanisierte Bewirtschaftung und den Rückgang des Streuobstanbaues sind jedoch in den vergangenen Jahrzehnten viele für die Bienen lebenswichtige Sträucher und Bäume verloren gegangen. Es liegt jetzt an uns, durch Pflanzaktionen und Beratungen wieder eine Verbesserung herbeizuführen.Wenn wir das Bienenjahr hinsichtlich der Bienenweide betrachten, so können wir feststellen, dass die Blütezeiten der verschiedenen Trachtpflanzen in jeder Höhenlage in einer gleich bleibenden Reihenfolge ablaufen, wobei in jeder Periode gewisse Leitpflanzen blühen.

 1. Der Vorfrühling (Februar - März):

Der erste ausgiebige Polleneintrag erfolgt in den meisten Gebieten von Hasel und Erle. lm Kalkbereich spielt die Schneeheide (Erica carnea) eine große Rolle, weitere, für die Bienen wichtige Leitpflanzen sind Schneerose, Krokus, Leberblümchen und Buschwindröschen. Wenn auch der Eiweißgehalt des Hasel- und Erlenpollens nicht hoch ist, ist er für die Anlage des ersten Brutnestes sehr wichtig. Ein wertvoller Strauch mit hohem Polleneiweißgehalt, der auch zu den Frühblühern gehört, ist die Kornelkirsche.

 2. Die Weidenzeit (März - April):

Erst mit dem Aufblühen der ersten Weidenkätzchen beginnt für die Bienen eine starke Aufwärtsentwicklung. Während im Vorfrühling der Pollen von Hasel und Erle durch Witterungsrückschläge oft gar nicht voll ausgenützt werden kann, wird in der Weidenblüte, bei der neben Pollen auch schon Nektar eingetragen wird, das erste große Brutnest angelegt. Die Weiden sind zweihäusig, die männlichen Sträucher tragen Kätzchen mit Pollen, die weiblichen liefern Nektar, damit sie von den Bienen zur Bestäubung besucht werden. Die Weiden decken über einen langen Zeitraum den Bedarf der Bienen ab, deshalb ist es wichtig, dass eine größere Vielfalt von früh blühenden bis spät blühenden Arten vorhanden ist. Die größte Bedeutung haben die Frühblüher Sahlweide und Reifweide sowie deren Bastarde. Eine Vielzahl von Weiden bildet untereinander Kreuzungen, die Blütezeiten liegen dann genau in der Mitte der verbastardierten Hauptarten.

Durchschnittlicher Beginn des Blühens folgender Weiden-Hauptarten auf 600 m Seehöhe

16. März:           Salix caprea  - Sahlweide (Palm-Weide)
18. März:           Salix daphnoides      Reifweide
27. März:           Salix appendiculata Schluchtweide   (Großblatt-Weide, Gebirgs-Weide)
3. April:               Salix viminalis     Hanfweide (Korb-Weide) ' 
7. April:             Salix purpurea  - Purpurweide (Stein-Weide)
10. April:            Salix cinerea     Asch-Weide (Grau-Weide)
13. April:          Salix fragilis - Bruch-Weide (Knack-Weide)
17. April:          Salix eleagnos-Grau-Weide (Lavendel-Weide)
19. April:           Salix aurita   Ohr-Weide (Salbei-Weide)
21. April:     Salix glabra- Glanz-Weide (Kahl-Weide, nur auf Kalk)
27. April:     Salix alba     - Silberweide

 Die Weiden lassen sich sehr leicht vegetativ (durch Stecklinge) vermehren, auch die Bastarde der Sahlweide, nur die Hauptart der Sahlweide zeigt wenig Austriebsfähigkeit und muss durch Samen vermehrt werden. Auf Grund des Bedarfes an Palmkätzchen für die Palmprozession soll in jedem Garten eine Palm-Weide vorhanden sein.ln der zweiten Hälfte der Weidenzeit blühen bereits Marille und Mandel, wobei besonders der Mandelbaum förderungswürdig erscheint. Die Weidenzeit geht am Ende über in

3. Die Kirschenzeit (April - Mai):

Kirsche, Spitzahorn und Heidelbeere liefern schon rund 10 Tage vor Beginn der Blütenhaupttracht neben Pollen schon reichlich Nektar, bei optimalem Vorkommen und günstiger Witterung schon bis zu 1,0 kg über mehrere Tage. Vogelkirsche und Spitzahorn sind neben den Weiden die wichtigsten Bäume in der Entwicklungsphase der Bienenvölker, denn die im April aufgezogenen Bienen sind entscheidend für den Gesamtertrag eines Jahres. Diese Bienen lösen nämlich die Winterbienen gänzlich bei der Brutaufzucht ab, so dass die Winterbienen zusammen mit jenen aus dem ersten Brutnest im März die Blütenhaupttracht einbringen. Nach dem Brutgeschäft im Mai sind sie für den Eintrag der Waldtracht verantwortlich.

4. Der Vollfrühling (Mai):

ln dieser Zeit ist das größte Angebot von Pollen und Nektar des ganzen Jahres vorhanden. Die Blütentracht steht auf zwei getrennten Säulen, nämlich den Bodenblühern (Löwenzahn auf Grünland und Raps in Ackerbaugebieten) und den Bäumen und Sträuchern (Obst, Beerenobst, Bergahorn, Rosskastanie). Je geringer der Obstanbau mit der Höhenlage wird, um so größer ist die Bedeutung des Bergahorns. Bei der Neuanlage von Gärten ist besonders darauf zu achten, dass nicht Koniferen, sondern Obstbäume gesetzt werden.

5. Die Zeit der Waldtracht (Ende Mai bis Anfang Juli):

Gleichzeitig mit der Lecanientracht auf der Fichte blühen die Robinie in der Niederung und die Himbeere in mittleren und höheren Lagen. In der zweiten Hälfte der Lecanientracht beginnt die großblättrige Sommerlinde zu blühen, in tiefen Lagen auch die Edelkastanie. Mit Beginn der Lachnidentracht im Wald blüht die kleinblättrige Winterlinde. Den meisten Blatthonig liefern Eichen und Linden. Robinie, Linde und Edelkastanie können, wenn sie in ausreichendem Maß vorhanden sind, ebenso viel Nektar liefern, wie die Nadelbäume an Honigtau. Die Anpflanzung dieser Bäumäe ist besonders dort wichtig, wo die Fichte nicht mehr regelmäßig honigt (zwischen 400 m und 800 m Seehöhe).

Was soll gepflanzt werden und was soll nicht mehr gepflanzt werden?

Zur Erreichung einer ökologischen Vielfalt sollen alle einheimischen Bäume und Sträucher in einem ausgewogenen Verhältnis gepflanzt werden. Die Nektar spendenden Arten sollen dabei einen hohen Anteil haben. Vor jeder Pflanzaktion ist zu prüfen, welche Bäume schon in ausreichendem Maß vorhanden sind und welche einen zu geringen Anteil haben. Weiters ist an jedem einzelnen Pflanzstandort festzustellen, ob ein großer Baum Platz hat, oder auf Grund der Schattenwirkung nur ein mittelgroßer Baum zu setzen ist. Ein ständiger Baumschnitt soll dadurch vermieden werden.

Koniferen:

Nadelbäume gehören grundsätzlich in den Wald und in Parks. Die Beschattung ist zu groß, so dass bei Straßenbäumen der Schnee länger liegen bleibt und in Gärten nicht einmal der Rasen aukommt. Unter Laubbäumen wachsen Frühlingsblumen, da das Laub erst später austreibt. Während bei den Laubbäumen der Laubabfall auf einen kurzen Zeitraum im Herbst beschränkt ist, fallen die Zapfen der Nadelbäume das ganze Jahr über ab.

Pollenallergie:

Neben den Gräsern weisen Birken die aggressivsten Pollen auf. In den meisten Gebieten ist der Birkenanteil schon viel zu hoch und es sollen keine neuen mehr gepflanzt werden.

Ausländische Bäume und Sträucher:

Sie fallen bei uns durch besondere Blüten- und Blattfärbungen auf (Forsythie, Japanische Blütenkirschen). Sie passen nicht in unsere Ökologie und werden nicht von Insekten besucht. Eine Ausnahme bildet die Robinie, die allerdings schon seit 300 Jahren in Europa heimisch ist und sich unserem Lebensraum angepasst hat.

Feuerbrand:

Auf Grund der rasch fortschreitenden Ausbreitung des Feuerbrandes sollen nur resistente Birnen- und Apfelsorten nachgepflanzt werden. Es sollen folgende Überträgerpflanzen nicht mehr gesetzt werden: Quitte, Eberesche, Weißdorn, Feuerdorn, Rotdorn, Mispel, Zwergmispel, Mehlbeere, Felsenbirne, Stranvaesie, alle Cotoneaster.

Bäume für Straßen und Parkplätze:

Ungünstig sind Nadelbäume (Beschattung, Schnee und Eis liegt länger, Zapfenabfall) und rasch wüchsige Pappeln (Abfall abgestorbener Äste). Bei Hybridlinden treten Wurzelschößlinge und abgestorbene Äste auf, die einen häufigen Schnitt verursachen. Man soll ohne Baumschnitt auskommen und daher schon beim Pflanzen die richtige Auswahl treffen. Langsam wachsende Bäume sind bis zu einem Alter von 30 bis 50 Jahren nur mittelgroß und können über 100 Jahre alt werden. Wenn vorhandene Bäume zu groß werden und zuviel Schatten werfen, dann sollen sie mit den größenmäßig richtigen Arten unterpflanzt werden und bei Erreichung einer entsprechenden Größe der jungen Bäume die alten beseitigt werden. Von den bienenwirtschaftlich wichtigen Bäumen sind als mittelgroße besonders der Mandelbaum und schwach wüchsige Ahorne und als langsam wachsende große Bäume, die lange Zeit mittelgroß bleiben, besonders Vogelkirsche, Robinie, Winterlinde und Spitzahorn zu empfehlen. Wo genügend Platz ist, soll der Anteil an Bergahorn, Sommerlinde, Rosskastanie und Edelkastanie erhöht werden. Aufgrund der globalen Erwärmung ist in unseren Breiten ein Ansteigen der Vegetationsgürtel um mindestens 400 Höhenmeter zu erwarten. Sämtliche Laubbäume, die derzeit in der Niederung natürlich verbreitet sind, werden in Zukunft auch in höheren Lagen gedeihen (bis 1200 m Seehöhe)

Liste der bienenwirtschaftlich wichtigsten Laubbäume, Sträucher und Zwergstaudengewächse:
Monatsangabe der Blütezeiten:

1           mittelgroß

2          bis zum Alter von 30 - 50 Jahren mittelgroß

3          groß 

4          für Straßen und Parkplätze

5          für Hecken

6          für Park und Freigelände

7          für Hausgärten

8          für Hauswände

 Bezeichnung                             Blütezeit

BÄUME:
Bergahorn  Acer pseudoplatanus   (5 - 6)             2 3 4 6 7
Feldahorn   Acer campestre    (4 - 5)                  1 4 5 6 7
Spitzahorn  Acer platanoides  (4 - 5)                    2 3 4 6 7
Eichen    Quercus ssp.           (4 - 6)                     2 3 4 6
Grauerle   Alnus incana          (3 - 4)                    1 6
Schwarzerle   Alnus glutinosa  (3 - 4)                  1 6
Weiden   Salix ssp.                        (3 - 5)            1 5 6 7
Sommer-Linde  Tilia platiphyllo  (6 - 7)                 2 3 4 6 7
Winter-Linde    Tilia cordata   (6 - 7)                    2 3 4 6 7
Robinie (Akazie)   Robinia pseudoacacia               2 3 4 6 7
Rosskastanie  Aesculus hippocastanum (4 - 6)    3 4 6
Edelkastanie     Castanea sativa    (6 - 7)            2 3 4 6
Faulbaum      Frangula alnus    (5 - 7)                 1 5 6
Apfel       Malus domestica      (4 - 5)   1 7
Birne     Pyrus communis     (4 - 5)                      2 3 7
Vogelkirsche, Süßkirsche   Prunus avium  (4 - 5)   2 3 4 5 6 7
Weichsel, Sauerkirsche   Prunus cerasus  (4 - 5    1 7 8
Pfirsich    Prunus persica  (3 - 4)      7 8
Pflaume, Zwetschke     Prunus domestica    (4 -  1 7
Marille, Aprikose  Prunus armeniaca  (3 - 4)   1 7 8
Mandelbaum    Prunus dulcis   (3 - 4)             1 4 6 7

STRÄUCHER:
Brombeere     Rubus fruticosus     (6 - 8)                      6 7
Himbeere        Rubus idaeus       (5 - 7)                        6 7
Stachelbeere, Ribisel    Ribes ssp.  (4 - 5)                        7
Hasel       Corylus avellana       (2 - 3)                        5 6 7
Kornelkirsche    Cornus mas     (2 - 3)                        5 6 7
Schwarzdorn-Schlehe    Prunus spinosa  (4 - 5)          5 6 7
Hartriegel  Cornus sanguinea     (5 - 6)                       5 6 7
Versch. Weiden      Salix ssp.     (3 - 5)                       5 6 7
Versch. Ginster        Cytisus       (5 - 6)         6 7
Maiblumenstrauch     Deutzia    (5 - 6)                        5 6 7
Eibisch  Hibiscus                        (7 - 8)                       6 7
Falscher Jasmin     Philadelphus
(Pfeifenstrauch)     coronarius     (5 - 6)                    5 6 7
Schneebeere Symphoricarpus rivularis  (6 - 8)           5 6 7
Wolliger Schneeball  Viburnum Iantana   (5 - 6)          5 6 7
Berberitze   Berberis vulgaris           (5 - 6)                5 6 7
Heckenkirsche   Lonicera tatarica    (5 - 7)                5 6 7

ZWERGSTRAUCHGEWÄCHSE:
Heidelbeere    Vaccinium myrtillus     (4 - 6)             6 7
Preiselbeere    Vaccinium vitis idaea  (5 - 7)             6 7
Besenheide     Calluna vulgaris          (7 - 9)             6 7
Schneeheide  Erica carnea               (2 - 4)              6 7

KLETTERPFLANZEN:
Efeu      Hedera helix                (8 - 9)                        8
Mauerkatze      Parthenocissus tricuspidata    (8 -9)Image

 

Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 25. Februar 2010 )
 
Schlagzeilen

Mein eindringlicher Wunsch:

Wissenschaftler und Praktiker mögen an diesem Projekt (VSH) gemeinsam arbeiten zum Wohle der praktischen Imkerei… …und die lächerlichen und künstlich aufrecht erhaltenen Rassendiskussionen ad acta legen… …krankeitsresistenten und varroaresistenten Bienen gehört die Zukunft auf der ganzen Welt. Farbe und Rassenstandards sind Vergangenheit!

Paul Jungels 

 
Fotogalerie
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