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Körung der Honigbiene-Was bedeutet das ? Drucken E-Mail
Geschrieben von IM Matthias Fink   

 

 
 

Merkmalsbeurteilung der Honigbiene
Das Ziel: eine reinrassige und leistungsstarke Biene

Die Leistung einer Königin wird heutzutage durch eine sogenannte "Leistungsprüfung" ermittelt - die rassetypischen Merkmale einer Biene werden bei der Merkmalsbeurteilung festgestellt. Bereits in der Fesstellung der Honigleistung werden, meiner Ansicht nach, bereits Fehler gemacht. Diese wirken sich selbstverständlich in der Zucht aus. Mancher Züchter ist sich nicht bewußt was volksstarke Völker zu leisten im Stande sind. Solche Völker sind aber nicht geeignet zum "nur Schauen", diese Bienenvölker verlangen die Zusammenarbeit und konsequente Führung während des ganzen Jahres.

Fälschlicherweise wird oft der Begriff "Körung" für das Messen des Cubitalindex (CI) verwendet. Kören bedeutet jedoch viel mehr: Das Auslesen (selektieren), also "küren", von Bienenvölkern mit einem sehr guten Zuchtwert. Im Zuchtwert wird die genetische Veranlagung für verschieden Leistungsmerkmale dargestellt. Nur Völker mit guten Zuchtwerten (also genetischen Anlagen) für Honigleistung, Sanftmut,Wabensitz, Schwarmträgheit und Varroatoleranz werden zur Erstellung der nächten Generation (Vatervölker für Belegstelle, Zuchtmütter) "gekört", das heißt ausgewählt. Diese Leistungserfassung ist die eigentliche Körung auf Zuchtwürdigkeit. Honigleistung ist neben Volksstärke eng mit Schwarmträgheit verbunden. Ein Volk das schwärmt wird keine Leistung mehr bringen. Die Völker einer Carnicarasse auf hohem Niveau zu halten, ohne in Schwarmstimmung zu geraten, ist die große Herausforderung heute speziell in der Bienenzucht, aber auch allgemein in der Bienenhaltung.

Die genannten und geforderten Eigenschaften einer guten Carnica werden oft völlig unterschätzt und daher auch in der Selektion zu wenig berücksichtigt.  Der Flügelindex ist das letzte in der Beurteilung und nicht das erste Kriterium. Es wird Gründe geben, warum uns die größeren Imkereien immer mehr auf die Buckfast umsteigen. Die Einführung anderer Rassen ließe sich unterbinden, wenn die Selektion in der Zucht der Carnica wesentlich konsequenter, mehr leistungsbetont durchgführt würde.

Ansonsten müßten ehrliche Züchter gestehen, dass man in erster Linie versucht eine Rasse rein zu halten, was legitim und ehrenwert ist. Damit selektieren wir aber beste Eigenschaften weg, die eine vitale Biene ausmachen und den wirtschaftlichen  Erfolg großteils garantieren.

                                     IM Matthias Fink

 

Statistik über die Entwicklung der Carnica nach intensiver Auslese

 
( Erstellt von Viktor König Körbeauftragter des „Landesverein der Bienenzüchter Salzburg")

  Körung ist eine strenge Beurteilung eines Nutztieres über Körperbau, Leistung, Eigenschaften der Rasse und Abstammung. Schon vor vielen Jahren wurde die Körung als wichtiger Faktor der Bienenzucht erkannt  und verwendet. Noch in den 70-er Jahren wurden, durch das Erkennen der Farbe des Hinterleibes, der Sanftmut  und des Wabensitzes, bzw. der Leistung,  Völker ausgewählt, welche dann durch enge Haltung in der Betriebsführung zum Schwärmen gebracht wurden, um die anfallenden Jungköniginnen  verwerten zu können.

 Wir alle wissen heute dass dies nicht zu dem erwünschten Erfolg führt, sondern eher nur die Schwarmneigung fördert.

Heute wird „Honigleistung" an erster Stelle gefordert und muss auch bei der Auslese oberste „Priorität"  haben. Als zweiten Punkt wäre die „Sanftmut" mit hoher Punktezahl zu nennen. Auch Wabensitz, Pollenvorrat und Schwarmträgheit zunehmend auch der Putztrieb sowie die Anlage des Brutnestes, Honigstapellung sind wichtige Parameter. Die „Vererbung" dieser gewünschten Eigenschaften  kann,  wenn es sich um „Rassereinheit" der Zuchttiere handelt, dann in strenger Selektion verfestigt werden. Um den Nachweis über „Rassenreinheit „ zu bekommen, hat der „Landesverein der Bienenzüchter Salzburg" eine Einrichtung geschaffen, die es allen Mitgliedern unseres Vereines ermöglicht, den Nachweis der Rassenreinheit über die Bestimmung des Cubitalindex kostenlos zu bekommen.

Was diese Einrichtung uns und der ganzen Imkerschaft  gebacht hat, ist aus der eingefügten Tabelle zu ersehen. Aus den Zahlen kann man deutlich erkennen wie es 1988 aussah, es waren 207 Proben zu bearbeiten, um 118 brauchbare Völker zu finden das sind 57%, davon 71 Mischlinge die ausgeschieden werden mussten. 10 Züchter waren es, die sich dazu bereit erklärt haben. Im Jahr 2008 waren es 124 Proben davon 112 reinrassige das sind 90,3% .

Jahr

Stück

Carnika

keine Rasse

%

Züchter

1998

207

118

71

57,0

10

1999

171

117

54

68,4

35

2000

187

120

67

64,2

40

2001

223

153

70

68,6

31

2002

216

165

51

76,4

39

2003

200

178

22

89,0

43

2004

170

153

17

90,0

50

2005

179

164

15

91,6

73

2006

163

150

13

92,0

61

2007

121

110

11

90,9

59

2008

124

112

12

90,3

51

 

 

 

 

 

 

(Reinrassigkeit zur Carnica über die Ermittlung des Cubitalindex 1998-2008).

Alle die diese Einrichtung benützen wollen, dürfen aber nur Bienenmaterial verwenden welches bereits „Vorgekört" ist, d.h. es müssen die folgenden Faktoren im Vordergrund stehen.

  1. Honigleistung über Durchschnitt
  2. Königin soll mindestens 1 Betriebsjahr nachweisen
  3. Wabensitz
  4. Sanftmut
  5. Schwarmträge
  6. Cubitalindex (CI)

 

Die Ermittlung der Körpermerkmale dient der Feststellung, ob das Bienenvolk dem jeweiligen Rassestandard entspricht. Diese Feststellung ist nur eine letzte Beurteilung auf Rassenreinheit. Hierbei ist die Messung des CI nur ein Merkmal von vielen: Filzbindenbreite, Haarlänge, Panzerzeichen, Farbe etc. werden im Rahmen der morphometrischen Merkmalserfassung ebenfalls gemessen.

Bis zur fertigen Auswertung des CI sind einige Arbeiten vorzunehmen, bei denen vor allem Genauigkeit sehr gefragt ist: ca. 100 Bienen werden dem Volk entnommen und eingefroren (keine Bienen vom Flugloch entnehmen --> Verflug!).

 

Exaktes Arbeiten

Exaktes Arbeiten



Die Flügel werden den Bienen danach vorsichtig abgenommen und auf einer Glasplatte säuberlich und genau (am besten in 5er-Gruppen, siehe Foto) aufgelegt. Dafür werden die Flügel idealerweise in ein Schälchen mit Spiritus getaucht. Dadurch haften die Flügel gut am Glas und es ergibt sich keine Trübung der Flügel, die beim Messen sehr störend wirkt.
Danach wird mit Hilfe eines Digitizeres und eines speziellen PC Programmes der Flügelindex ermittelt. Natürlich kann auch mit dem Mikroskop gearbeitet werden (dauert wesentlich länger).

Exaktes Arbeiten

Exaktes Arbeiten



Die Flügel werden den Bienen danach vorsichtig abgenommen und auf einer Glasplatte säuberlich und genau (am besten in 5er-Gruppen, siehe Foto) aufgelegt. Dafür werden die Flügel idealerweise in ein Schälchen mit Spiritus getaucht. Dadurch haften die Flügel gut am Glas und es ergibt sich keine Trübung der Flügel, die beim Messen sehr störend wirkt.
Danach wird mit Hilfe eines Digitizeres und eines speziellen PC Programmes der Flügelindex ermittelt. Natürlich kann auch mit dem Mikroskop gearbeitet werden (dauert wesentlich länger).

 

 

Die Ermittlung des Cubitalindes

 


 Image


Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 29. März 2016 )
 
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Mit 1. März 2014 ist das neue Salzburger Honiglabor in Betrieb gegangen.
 
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