Imkergenossenschaft Salzburg

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Beschreibung Api-Life Drucken E-Mail

 ERFAHRUNGEN  mit  Api-Life VAR

von IM Matthias Fink, (bewirtschaftet 90 Völker in Frankenbeuten, Erfahrungsberichte sind keine Anweisungen, sondern praktische langjährige Errungenschaften , bei Fragen wenden Sie sich bitte an den Tierarzt oder Apotheker)

Seit 1.1.2014 ist Api Life VAR in Österreich ein zugelassenes Tierazneimittel nach EU Tierazneimittelgesetz zur Milben-Bekämpfung.  Die italienische Rezeptur besteht aus 4 ätherischen Ölen, Thymol, Eukalyptus, Kampfer, Mentholöl und wird auch für die biologische Imkerei empfohlen und genehmigt. Die ölige Form der Inhaltsstoffe ist eines der Geheimnisse der guten Wirksamkeit. Persönlich  praktiziere ich das Konzept mit Api-Life zur Hauptbehandlung und BienenWohl zur mehrmaligen Nachbehandlung mit bestem Erfolg seit 15 Jahren. 

Zur Anwendung im Detail:

Es ist notwendig die Völker frühzeitig (10.-20. Juli- je nach Trachtende auch später) abzuernten und sofort (am gleichen Tag) mit der Einfütterung  zu beginnen. Ich träufle bei dieser Gelegenheit kurz mit Bienenwohl. Entscheidend ist der Zeitpunkt der Anwendung. Man muss in Jahren mit sehr frühem Brutbeginn (Januar 2016, vielleicht haben die Völker durchgebrütet) den Beginn der Behandlung unbedingt auf die erste Julidekade vorverlegen, selbst dann, wenn auch andere Maßnahmen getroffen worden sind. Die Völker müssen mindestens  2/3 (je nach Einwinterungsgröße) der nötigen Winterfuttermenge sofort, vor der Behandlung erhalten . Ich füttere die Völker vor der Behandlung auf zwei ZA-Zargen voll auf. Zu dieser Zeit sind  die Bienenvölker in der Regel sehr stark, so dass eine schnelle Fütterung kein Problem sein sollte (28 kg Api-Invert in 8 Tagen, auch Zuckerlösungen sind sehr gut, Stärkefutter nehme ich nicht !).  Es ist immer besser die Völker auf zwei Zargen (oder Dadant) einzuwintern.  Wenn zu wenig aufgefüttert wird, ist das Futter nicht verdeckelt und wird dann manchmal von den Bienen umgetragen. Auch nehmen viele Völker während der Behandlung kein Futter mehr ab.

Anwendung:  Jetzt werden am Abend 2 Plättchen Api-Life VAR oben (nur oben), auf die Rähmchen aufgelegt, wieder träufle ich gleichzeitig kurz mit BW. Ein Freiraum oberhalb der Rähmchen ist nicht notwendig, abdecken mit Folie oder Gitter. Zum Schutz vor dem Abnagen lege ich die Plättchen auf ein Stück Propolisgitter (ca. 10x10 cm). Diese Gitter werden meist stark verkittet und sollten alle 14 Tage von Wachs  oder Kittharz befreit werden. Sollten die Plättchen abgetragen werden kann es keine Wirkung mehr geben, daher Gitter unterlegen, Folie darüber. Das Auflegen geschieht diagonal versetzt vorne und hinten und zwar nicht ganz außen sondern am Rand der äußersten Brutwaben. Man kann auch die Plättchen in zwei Teile zerbrechen und auf jedem Eck ein halbes anbringen. Bei späteren Behandlungen sollten die Plättchen  immer dort aufgelegt werden, wo sich die meisten Bienen (Brut) befinden. Also die Plättchen immer weider etwas mehr nach innen verlegen. Die Bienen weichen anfangs nach unten aus, kommen aber nach 2-3 Tagen wieder nach oben.

Nach zwei Wochen ( Thermin einhalten) müssen noch einmal zwei neue Plättchen, dazu, aufgelegt werden (etwas BW träufeln, bei schwächeren Völkern genügt auch 1 Plättchen in zwei Teile geteilt). Diese Behandlung soll bei allen Völkern (auch Ableger) am Stand, am  Abend und wenn möglich auch gleichzeitig erfolgen. Das gleichzeitige, in einem Arbeitsgang träufeln mit BW, befreit die Bienen schneller von den ansitzenden Milben.

Am nächsten Tag Flugloch beobachten. Sollte sich Nervosität oder Räuberei bemerkbar machen wird das Flugloch sofort entsprechend verkleinert. Räuberei hat viele Ursachen, sie entwickelt sich meist nur durch Fehler des Imkers oder wenn die Bienen bereits durch Viren krank und nicht mehr abwehrbereit sind.

In der ersten Septemberhälfte, wenn nötig, muss die Restfuttermenge ergänzt werden. Seit 6 Jahren mache ich zu dieser Zeit die Api Life Behandlung ein drittes mal (4 alte Plättchen weg, zwei neue drauf, träufeln mit BW).

Dies ist keine Erhöhung der Dosis, sondern nur eine notwendige Verlängerung der Therapie. Man muss wissen, dass mit dem Rückgang der Bienenbrut abermals eine kritische Phase für das Bienenvolk eintritt. Es vermehren sich dann eben viele Milben (so noch vorhanden, Reinvasion) in relativ wenig Brut. Damit kommen Sekundärerkrankungen zur Wirkung, dem die Bienen mit dem Abfliegen von erkrankten Induvidien begegnen. Diesen Selbstreinigungstrieb überleben viele Völker nicht. Mit der dritten Gabe Api Life  gleiche ich den Wirkungsgrad - Verlust durch die offenen Gitterböden gut aus, außerdem brüten die Völker Ende September oft noch sehr stark.  In starken Varroajahren wie z.B.2016 lege ich 4 mal zwei Api Life Plättchen auf (+BW).

Die schönen warmen Herbstmonate sind sehr gefährlich in Sachen Varroaeintrag. Die Bienen belauern sich gegenseitig, räubern, wenn möglich und verbreiten dadurch die Varroa immer wieder. Die Re-Invasion wird großteils überschätzt, die meisten Milben züchtet man sich selbst am Stand. Wenn allerdings in der Umgebung Stände einbrechen gibt es eine teils große Invasion von kranken Bienen mit Milben am eigenen Stand. Empfehlung daher unbedingt: Anfang September nochmal Api Life auflegen !

Das gesamte Behandlungskonzept gegen die Varroa (mit den Bienenwohl-Behandlungen) erstreckt sich über einen Zeitraum von Juli bis Dezember.

Ich lasse die letzten Plättchen bis Anfang Dezember in den Völkern liegen, bei der letzten Bienenwohl-Behandlung werden sie entfernt. Man kann Api Life aber auch bis zur Frühjahrrevision belassen (spätestens Ende März entfernen). Das Produkt ist dann verbraucht und kann entsorgt werden. Anmerkung: Es ist besser die Plättchen früher wegzunehmen und dafür die BW – Behandlung an Anfang Oktober  öfter zu machen. Bei schwächeren Völkern die Dosis reduzieren und anpassen an die Volksstärke bzw. Raumgröße. Auf keinen Fall die Plättchen zwischen die Zargen legen oder in den hohen Boden einschieben, sondern  immer nur oben auflegen.

Wirkungsweise: Die Wirkung entsteht durch die Verdunstung der Öle, welche die Milbe derart  irritieren, dass sie schon nach kurzer Zeit abfällt. Die Milbe lässt sich auf den Boden (teilweise) fallen und versucht zum Teil sogar mit Fremdbienen den Bienenstock zu verlassen. Selbst ein Milbeneintrag ist dadurch nicht mehr so wahrscheinlich, solange die Wirkung ausreichend stark ist. Viele Milben verschwinden so aus den Bienenvölkern ohne  dass ein größerer Abfall zu bemerken ist. Dr.Wallner hat festgestellt, dass überlebende Milben die Fortpflanzungsfähigkeit, zumindest für einige Wochen, verlieren. Dies erklärt die hervorragende Wirkung. Wichtig wie gesagt ist der Zeitpunkt der Anwendung auch auf Grund der drohenden Vireninfektion. Die Plättchen dürfen nicht an einer Stelle platziert werden, sondern müssen auf der Fläche der Rähmchen verteilt werden, so dass das Bienenvolk nicht ausweichen kann und damit die Dämpfe der Öle durch das ganze Volk „hindurchsickern“ können. Gittergeschützte Windel sind vorteilhaft. Das Mittel braucht für eine optimale Wirkung eine Außentemperatur von über 15°C (ideal 18° - 24°C). Schon aus diesem Grund ist frühzeitiges Abräumen günstig, denn die Tracht ist in unseren Gebieten ohnehin in der Regel bis Mitte Juli vorbei. Selbst bei Kaltwetterlagen verdunstet aber Api-Life immer noch sehr gut durch die Stockwärme im Volk.Es verhindert dass die Milbe wieder in die Brut findet. Ansitzende Milben können dann mit Bienenwohl immer wieder entfernt werden. 

Wichtig ist auch bei dieser Behandlungsart, dass alle Völker weiselrichtig sind. Weisellose Völker werden in der Behandlungszeit rücksichtslos ausgeräubert ! Die Primärwirkung ist nach 6-8 Wochen verdampft, daher ist die weitere Behandlung der Völker mit BienenWohl   unbedingt notwendig (oder noch mal zwei neue Plättchen auflegen).

Ein störender Nebeneffekt ist zweifelsohne der intensive Geruch von Api-Life VAR der durch die Verdunstung der ätherischen Öle entsteht. Der größte Vorteil liegt in der wirkungsvollen, einfachen, schonenden und sicheren Anwendung ohne zusätzliche Geräte. Es wird mit Api-Life VAR keine Brut, keine Biene und keine Königin geschädigt.

Nachbehandlung:

Da bei jeder Behandlung im August Varroamilben übrigbleiben, ist es wichtig ab Ende September bis in den Dezember pro Monat (z.B. 1.Okt., 15.Okt., 1. Nov., 15.Dez.) eine BienenWohl Träufelung (8-15ml /Volk) durchzuführen (ist auch von der Erzeugerfirma her vorgeschrieben).  Ich habe mit dieser Methode der Nachbehandlung nur gute Erfahrung gemacht, sie ist aber nicht unbedingt so oft notwendig. Erst bei diesen Anwendungen beginne ich den Abfall zu kontrollieren und danach zu handeln.  Diese mehrmalige Nachbehandlung würde ich daher empfehlen, weil man damit die Re-Invasion sehr gut im Griff hat.

Gut bewährt sich auch das Nachlegen von einem oder zwei Api-Life  Plättchen Mitte September - Anfang Oktober direkt auf die obere Zarge (alte Plättchen weg ,1 neues mittig drauf legen-ohne Gitter), liegen lassen bis Ende März.

Die Wirkung von Api-Life VAR ist ganz hervorragend  nach meinen jetzigen Erfahrungen (bei Nachbarimkern konnte ich einen Milbenabfall von mehreren tausend Stück innerhalb einer Woche feststellen - mit Api-Life VAR). Es gibt auch keine Probleme mit Königinverlusten. Ich weiß aber, dass die Varroabekämpfung mit dieser Behandlung nicht abgeschlossen ist, da Ende September immer noch Brut gepflegt wird. Eine Rest-Entmilbung im Dezember (Okt.-Dez.) sollte heutzutage selbstverständlich sein. Diese letzte Entmilbung mache ich seit 16 Jahren nur mit vorgewärmtem (ca.30°C) Original Dany`s BienenWohl mit bestem Erfolg.

Schlussbetrachtung: Als abschließende Beurteilung zu diesen Erfahrungen kann gesagt werden:

Wir haben mit dieser kombinierten Behandlungsmethode zwei sehr gute, rückstandsfreie und sehr einfach anzuwendende Produkte für die man keine weiteren Gerätschaften oder gar Schutzvorkehrungen benötigt. Allein schon dieser Punkt ist ein großes Plus. Die schnelle und frühe Einfütterung ist kein Nachteil, weil sie ohnehin notwendig ist, die Reizfütterung im Herbst ist lange überholt und nicht relevant. Die Wirkung ist sehr gut nach allen Berichten die uns zur Verfügung stehen, die Bienenverträglichkeit ganz ausgezeichnet.

In diesem Zusammenhang ist auch wichtig die Varroa mit biotechnischen Methoden nicht zu weit entwickeln  zu lassen um Viruserkrankungen vorzubeugen d.h. Brutableger machen, Drohnenbrut schneiden(?), vor allem junge Königinnen einsetzen. Es gibt  Erfahrungen von Imkern aus der biologischen Bienenhaltung,  die bereits seit 20 Jahren diese Feststellungen mit Api Life nur unterstreichen und positiv befürworten. Auch hat Imkermeister Dr. Klaus Wallner vom Bieneninstitut in Hohenheim bereits in mehreren Artikeln seine guten Erfahrungen mit diesem Mittel präsentiert. Api-Life wird mittlerweile in ganz Europa, Asien, naher Osten, Neu Seeland, China und Amerika   mit sehr gutem Erfolg eingesetzt. Mit Api-Life VAR schafft man die Voraussetzungen für die Bildung gesunder, starker Wintervölker. Wir wissen mittlerweile auch, dass ätherische Öle mit dem Pollen bestimmter Pflanzen ganz gezielt eingetragen werden. Auch weiß man über die teilweise desinfizierenden Eigenschaften von Thymol Bescheid, dies dürfte eine Ursache dafür sein, dass Api-Life behandelte Völker weniger Nosemasporen aufweisen.

 Man tut mit dieser Behandlung jedenfalls keiner Biene weh, was auch dem Tierschutzgedanken in der ökologischen Bienenhaltung voll entspricht. Meinen Bienen erspare ich kraftraubende und bienen-gefährliche Anwendungsmethoden, ihr Wohlergehen zeigt mir die Volksstärke im Frühjahr. Api-Life VAR funktioniert auch bei jeder Bienenrasse, auch das soll kurz erwähnt sein. Ich halte die Streitereien um gelbe, graue oder schwarze Bienen für völlig überflüssig. Wir alle wollen überwiegend das gleiche. Der Rest ist Sache von Züchtern.

Allein aus der Schöpfungsverantwortung von uns Imkern gesprochen, muß die Varroabehandlung bzw. das Konzept heißen: biologische Milbenbekämpfung, selbst dann, wenn der Behandlungserfolg geringer, der Arbeitseinsatz höher und der finanzielle Aufwand größer sein sollte. Dies ist meine überzeugte Meinung. Die Zeiten der chemischen Irrwege haben wir hoffentlich hinter uns gebracht. Nur wenn wir alle an einem Strang ziehen, kommt diese Botschaft auch beim Verbraucher an.

 Einfach – sicher – wirkungsvoll – rückstandsfrei . So kann man dieses kombinierte Konzept kurz beschreiben:  Api Life VAR – BienenWohl.

Durch den großen Erfolg dieses Präparates sind auch bereits Nachahmungen auf dem Markt. Man soll sich auf keine Versuche einlassen, sondern auf die Originale vertrauen.

(Dieser Bericht ist ein Erfahrungsbericht aus der Praxis. Er soll keine Anweisung sein, er stellt auch keine Ansprüche auf Vollständigkeit und basiert  auf keiner wissenschaftlichen Grundlage. Der Bericht soll eine Hilfestellung geben für alle Imker denen die Bienen mehr bedeuten als nur einen Nebenverdienst. Kleine Feinheiten muss sich jeder Imker trotzdem selbst erarbeiten, wir müssen es auch selbst verantworten).       

                                                                 IM Matthias Fink

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Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 30. Oktober 2016 )
 
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Mit 1. März 2014 ist das neue Salzburger Honiglabor in Betrieb gegangen.
 
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