Trachtrückblick 2014
Geschrieben von IM Matthias Fink   

Liebe Imkerfreunde!

Ein äußerst turbolentes Jahr 2014 liegt hinter uns. Ein Jahr, das zwar gut begonnen hat, sich aber in weiterer Folge nicht positiv für unsere Bienenvölker entwickelte. Ganz im Gegenteil, die zeitige Frühjahrsentwicklung konnte eigentlich nur die Varroamilbe für sich nützen. Ein viel zu kalter Mai und anschließend vier Monate Monsunregen im „Nordstau" des Salzburger Alpenvorlandes, haben eine gute Honigernte unmöglich gemacht. In meiner nun schon über 40-jährigen Imkertätigkeit habe ich selten ein solches Jahr erlebt. Manche starke Völker, die der Imker in dieser Regenzeit nicht beachtet hat, sind dem Hungertod geopfert worden. Die meisten Imker haben zeitgerecht zu gefüttert in einer Zeit, wo wir normalerweise mit Honigschleudern beschäftigt sind. Der Wald ist schön gewachsen, aber die Waldtracht ist bei uns regelrecht ins Wasser gefallen.

Die Auswirkungen der frühzeitigen Entwicklung konnten manche bereits im Juli feststellen. Ein überaus hoher Varroabefall mit hoher Anfälligkeit für Viruserkrankungen, hat frühzeitig manches Volk und den Imker überrascht. Volksentwicklung und Polleneintrag im Herbst waren auch nur sehr mäßig, eine Tatsache die wieder nur negative Folgen nach sich zog (die Carnica hat gebietsweise die Bruttätigkeit fast ganz heruntergefahren) und deren Folgen wir noch im nächsten Frühjahr spüren werden. Ein langer kalter Winter ist uns prognostiziert.

Dem entsprechend hoch sind  Ausfälle an Bienenvölkern im Frühjahr 2015 die sich schon jetzt abzeichnen. Es gibt bereits Imker die alles verloren haben, landesweit schätzt man die Verluste zwischen 30-50%.

Aber nicht überall im Bundesland waren die Erträge so schlecht wie im Flach-und Tennengau. So waren in den Bergregionen sogar teilweise gute Einträge möglich. Im Lungau und Oberpinzgau konnten die Imker auf relativ gute Honigernten zurückschauen. Die Linde und Almrosenblüte waren die letzten noch ergiebigen Nektarspender zu einer Zeit wo dann auch das Wetter noch einigermaßen mitspielte. In diesen Gebieten sind auch die Bienenverluste normal, es gibt wenig Ausfall.

Die Aussichten für 2015 sehen Experten trotzdem nicht so schlecht. Die schönen Monate  Oktober und November sollten für eine Eiablage der Lachniden eigentlich günstig gewesen sein, auch die Schneemonate Jänner und Februar 2015 werden sich nicht negativ auswirken.

Alles in allem aber hängt wie immer alles vom Wetter ab, wenn die Zeit der Honigtauerzeuger vor der Tür steht. Wir Imker leben ja immer in der Hoffnung.

Alles Gute wünscht

IM Matthias Fink, 18.Februar 2015