Bienen im Bischofsgarten Salzburg
Geschrieben von IM Matthias Fink   

In die Residenz des Erzbischofs ziehen zigtausend Bienen ein

Schon bald wird es im Bischofsgarten in der Stadt Salzburg surren und summen. Denn das herrliche Stückchen Grün wird zum Zuhause von zwei Bienenvölkern.

Redakteurin:Susanna Berger Salzburg-Stadt:

Es ist eine Oase inmitten des Trubels der Salzburger Altstadt. Der Bischofsgarten in der Residenz des Salzburger Erzbischofs. Immer wieder finden dort kleine Feiern statt. Nun sind Tausende Bienen der Einladung des Oberhaupts der Salzburger Kirche gefolgt. Zwei nigelnagelneue Bienenstöcke stehen bereit. Anfang der Woche werden ihre Bewohner in diese einziehen. In der sicheren Obhut von Josef Pichler, Imker aus Adnet mit 50 Jahren Erfahrung und in der Gebäudeverwaltung der Erzdiözese tätig.pichler josef 2019.jpg

Die Idee dazu sei in gemeinsamen Gesprächen mit dem Erzbischof gekommen, so Pichler. Der Bischofsgarten sei das perfekte Zuhause für die Tiere. Ein geschützter Flecken Erde mit vielen verschiedenen Blumen und einem guten Baumbestand. „Ich bin mir sicher, dass es den Bienen dort gefallen wird.“ In ihrem Flugradius von rund drei Kilometern liege zudem der Mönchsberg, der mit seiner Flora optimal für Bienen auf der Suche nach Nektar sei.

Pichler wurde die Imkerei quasi in die Wiege gelegt. Schon sein Vater und Großvater waren mit Eifer dabei. Heute ist Pichler Herr über 100 Bienenvölker, verteilt auf acht Standorte. Einer davon auf dem Schlenken in 1200 Metern Höhe.

Bienen in der Erzdiözese, das passt wunderbar, so alle Beteiligten. Die Bienenhaltung als Beitrag zum Bienenschutz, Schöpfungsbewahrung und Artenvielfalt seien der Erzdiözese mit ihren Initiativen ein großes Anliegen. Erzbischof Franz Lackner freut sich auf die neuen Mitbewohner. „Die Mutter Erde ist uns anvertraut, gleichsam geliehen. Wir heißen die fleißigen Bienen herzlich willkommen. Wie der heilige Franziskus wollen auch wir uns ihrer in liebevoller Weise annehmen. In einer Legende heißt es, er habe ihnen im Winter von seinem eigenen Tisch Honig gegeben.“ Bienen und Insekten werde heut vielfach der Lebensraum genommen. „Wir wollen ihnen ein kleines Stück zurückgeben. Und wenn für uns ein bisschen Honig abfällt, nehmen wir es dankbar an“, so Lackner.

Für Imker Pichler, der als Wanderlehrer in ganz Österreich unterwegs ist, sind Bienen faszinierende Geschöpfe. „Es ist fast wie bei den Menschen, wenn die in einer Gemeinschaft leben.“ Mit einem feinen Unterschied. „Bei uns Menschen passiert es, dass ein Einzelner, wenn er rhetorisch sehr gut ist, Massen faszinieren und für sich gewinnen kann. Bei den Bienen geht allein nichts.“

Der Umzug eines Bienenvolks muss umsichtig vonstattengehen. „Ich werde abends, wenn die letzte Biene in den Stock zurückgekehrt ist, das Flugloch verschließen und über ein Gitter für genug Belüftung sorgen.“ Am nächsten Tag werden die Bienen zum neuen Zuhause gebracht. „Wichtig ist, dort die Rähmchen in der gleichen Reihenfolge in den neuen Bienenstock zu setzten wie im alten. „So ist gewährleistet, dass die Bienen nicht in ihrer Arbeit gestört werden und die Königin weiter ihre Eier ablegen kann.“ Dann gehe es schnell. Die Bienen würden ausschwirren auf der Suche nach Nektar und bereits nach einigen Minuten mit der ersten Beute zurückkehren.

Was passiert dann mit dem kirchlichen Honig? „Er wird wohl Honig aus dem Bischofsgarten heißen und für die eigene Nutzung sowie als kleines Gastgeschenk dienen“, sagt Pichler.

Bienen, die im Dienste der Kirche unterwegs sind, sind in der Stadt Salzburg nicht gänzlich neu. Auch auf dem Imberg halten die Kapuzinermönche mehrere Bienenstöcke.

SN-Info: Wissenswertes über

die Imkerei gibt es beim Landesverband der Imker und Bienenzüchter in Koppl.

www.imkerhof-salzburg.at

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 10. Mai 2019 )