Biene auf Blume

Landesverein für Imkerei und Bienenzucht in Salzburg

Entstehung und Geschichte der Salzburger Imker-Genossenschaft:

Der Beginn der Salzburger Imkergenossenschaft im Jahre 1937 ist vergleichbar einem Wechselspiel von freudvoller Erwartung und bitterer Niederlage. Die Imker waren damals durchwegs Bauern oder bäuerlicher Herkunft, sie hatten wie überall in den Raiffeisengenossenschaften das Ziel, ein Geschäft für ihre Honigprodukte zu gründen. Dieses erste Geschäft trug bereits den Namen „Imkerhof Salzburg“ und wurde in der Stadt Salzburg, Dreifaltigkeitsgasse eröffnet. Die Mitglieder konnten ihren überschüssigen Honig abliefern – die Stadtbevölkerung freute sich über eine Kaufgelegenheit im Zentrum der Stadt Salzburg.

Das Geschäft wurde bald zu klein. Der Wunsch nach kleinen Gerätschaften und vor allem neuen Wachs-Mittelwänden (damals „Kunstwaben“) führte 1953 zum Erwerb eines ausgebomten, aber neu aufgebauten Geschäftslokals in der Auerspergstraße. Durch die Größe konnte man zusätzlich eine Wachs-Umarbeitung einrichten, welche durch den guten Honigumsatz finanziert wurde. Dr. Lukas Rettenbacher, der den Weg der Imkerei zu neuen Produkten bereits erkannt hatte, lieferte damals der Genossenschaft einen großen Wachs-Vorschuß damit die Wachsumarbeitung begonnen werden konnte.

Die wachsende Stadtbevölkerung nahm bald Anstoß an der Geruchsentwickung durch den Wachsbetrieb – man begann nach einer Ausweichmöglichkeit zu suchen. Im Gemeindegebiet von Koppl wurde ein neues Lagerhaus erbaut und das alte Gebäude konnte so im Jahre 1972 von der Imkergenossenschaft erworben werden.

In diesem Gebäude konnte man jetzt eine Wachs- Umarbeitungsanlage installieren und so einem größeren Kreis an Imkerkundschaften, neuwertige, keimfreie Mittelwände anbieten. Diese wurden alsbald auch unter dem Namen „Salzburger Mittelwände“ sehr bekannt.

In den 60er-70er Jahren wurde der ausländische Bienenhonig (Ostblockländer) immer populärer! Der große Preisunterschied führte zu Absatzeinbrüchen der innländischen Honigsorten. Die Genossenschaft geriet in große finanzielle Schwierigkeiten, da diese Entwicklung völlig unterschätzt wurde. Eine Umstrukturierung des Geschäftsablaufes vom Honigverkauf zu mehr Geräteverkauf schien notwendig.

1991-1992 wurde in die Neuerrichtung der Wachs-Umarbeitungsanlage investiert. Probleme mit Personal- und Führungstruktur sind in solchen Situationen immer vorprogrammiert. Die Imkerzahlen – Mitgliederzahlen gingen ständig zurück. Ein Großteil der Imkerschaft versuchte mittlerweile selbst sein Glück in der Honigvermarktung und wurde so zum Konkurrenten seiner eigenen Organisation. Hinzu kam ab 1985 der Einzug der Varroamilbe in Salzburg, wodurch nochmals ein Einbruch in die Imkerschaft erfolgte, der die laufende Strukturbereinigung beschleunigte.

Im Jahr 1996 übernahm Wilhelm Kastenauer als Obmann, die Führung in der Imkergenossenschaft. Ihm gelang es mit einem damals jungen Vorstandsteam wieder Ruhe und Einigkeit zu schaffen. Im gleichen Jahr, wurde in Koppl auch ein Neubau des Kellers aus Platzgründen notwendig und durchgeführt.

Seit 1998 führt Matthias Fink das Geschäft. Ihm wurde klar, daß das Stadtgeschäft immer mehr abbaute,  hervorgerufen durch das veränderte Kaufverhalten der Kunden und wegen der schwindenden Akzeptanz innerhalb der Imkerschaft. Die Rückbesinnung auf ursprünglichen Aufgaben (Versorgung der Imker) der Genossenschaft schien notwendig. Wichtigste Maßnahme war ein Zentrieren der beiden Standorte Salzburg und Koppl. In vielen Sitzungen versuchte Fink den Vorstand von dieser Notwendigkeit zu überzeugen. Aufgrund veralterter Einrichtungen, vor allem aber durch die Parkplatzprobleme in der Stadt wurde 2003 das Geschäft in der Auerspergstraße geschlossen und nach Koppl verlagert bzw. zusammengelegt. Dadurch konnte aber dem Genossenschaftsgedanken, der Vermarktung des Honigs der Mitglieder, weitgehend nicht mehr entsprochen werden. Diesem Aufgabenbereich konnte die Genossenschaft ohnehin schon viele Jahre nicht mehr gerecht werden. Hauptaugenmerk wurde auf die Schulungen der Imker in Richtung Selbstvermarktung gelegt, sie werden laufend angeboten.

Die Imker- Genossenschaft Salzburg spezialisierte sich auf die Imkerschaft als erste Zielgruppe im Verkauf, also die Nahversorgung der eigenen Mitglieder. Die Einführung neuer, rückstandsfreier Behandlungsmittel in der Varroabekämpfung brachte einen großen Aufschwung. Neue, moderne Imkereigerätschaften wurden ins Programm aufgenommen. Der Personalstand wurde auf das notwendigste reduziert und das Geschäft in der Auerspergstraße vermietet.

In diesem Zuge wurde das Gebäude in Koppl zu einem zeitgemäßen Selbstbedienungsladen aus- und umgebaut und die Wachsumarbeitung in den Keller verlegt. Fink hat ebenfalls veranlasst die Postpartnerstelle der Gemeinde Koppl zu übernehmen um so mehr Frequenz ins Geschäft zu bringen. Durch die Poststelle in Koppl stehen wir mittlerweile auch im öffentlichen Interesse der Gemeinde.

Ein gut eingerichteter Schulungsraum für Kurse, Seminare und Tagungen befindet sich im Obergeschoß. So präsentiert sich der Imkerhof Salzburg am Standort Koppl im neuen Licht. Mit über 1500 verschiedenen Artikeln bieten wir für jedermann ein reichhaltiges Angebot.

Die gute Umsatzentwicklung der Firma erlaubte es schließlich 2012 das bereits wieder veraltete Gebäude in Koppl zu veräußern und einen modernen neuen Bau zu errichten. Es entstand ein neuer Imkerhof Salzburg am selben Standort, aber auf neuem Grund. Ein zeitgemäßes Gebäude, dass allen Anforderungen entspricht: mit Parkplätzen, einfacher Anlieferungsmöglichkeit, neuem Geschäft mit Labor und Seminarräumen im Obergeschoß. Das Geschäft des neuen Salzburger Imkerhofs ist hell, freundlich und einladend. Die strategisch günstige Lage an einer stark befahrenen Bundesstraße macht uns sichtbar für ein breites Publikum. Vieles ist neu geworden, Bewährtes haben wir mitgenommen, Altes haben wir verworfen. Die ohnehin nicht rationell geführte Wachsumarbeitung ist ausgelagert worden. Ein sauberes Lebensmittelgeschäft mit erweitertem Sortiment und einem motivierten Team arbeitet nun daran unsere Kunden noch besser zufrieden zu stellen.

Wir hoffen den Salzburger Imkerhof im Sinne der Mitglieder für viele Jahre stabilisiert zu haben, damit ein sicherer Geschäftsbetrieb gewährleistet ist.
„Ehrliche Beratung, freundliche Bedienung und Qualität der Produkte sind eine Grundvoraussetzung für den Bestand im Fachhandel“, meint Matthias Fink. Nicht zuletzt deshalb erfreut sich die Salzburger Imkergenossenschaft einer positiven Aufwärtsentwicklung. Vorallem die fachlich kompetente Unterstützung beim Einkauf ist der entscheidende Vorteil gegenüber Großmärkten.